Besondere Schicksale im Tierheim Verlorenwasser

Moritz

Moritz und AndreaMoritz saß in einer Tierauffangstation, in der es ihm sehr schlecht ging. Als Listenhund - oder "Kampfhund", wie man oft irrsinnigerweise hört - hatte er keine Chance, dort vermittelt zu werden. Tierliebe Mitglieder des Belziger Tierschutzvereins kauften ihn frei und brachten ihn ins Tierheim Verlorenwasser. Dort gingen sie dann oft am Wochenende mit ihm Gassi.
Doch Moritz saß allein in einem kleinen Zwinger und kam nicht so oft heraus, wie er es brauchte. Naturgemäß verbellte und verschnappte er alles, was an seinem Zwinger vorbeiging. Als wir das Tierheim übernahmen, hatte Moritz dort schon endlose Jahre zugebracht.

Unsere Öffentlichkeitsarbeit bescherte uns die Bekanntschaft mit Andrea und ihrem Partner. Sie kam von nun an regelmäßig und kümmerte sich rührend um Moritz. Für Moritz waren ihre Besuche pures Glück. Doch Andreas Partner musste sich beruflich verändern und so zogen sie weg. Für uns alle - besonders für Moritz - ein schlimmer Schlag.

Andrea ging ihr Liebling nicht aus dem Kopf. Sie und ihr Partner suchten deshalb ganz bewusst nach einem Bundesland, in dem die Haltung von Listenhunden etwas einfacher ist. Auch sahen sie sich nach einem Haus um, das für Moritz genügend weitläufige und ruhige Umgebung bot. Als sie alles vorbereitet hatten und auch mit den Ämtern klar waren, überraschten sie uns mit der freudigen Botschaft, Moritz zu adoptieren.

Und so konnte Moritz im hohen Alter endlich das Stück vom Glück abhaben, das jedem Tier eigentlich lebenslang vergönnt sein sollte.

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Shiva

shiva 32Shiva war wohl schon durch mehrere Hände gegangen - wenn man den Erzählungen Glauben schenken darf - bevor sie zu uns kam.

Obwohl sie total lieb und anhänglich ist, entledigten sich ihre Besitzer der lebenslustigen Hündin, denn sie hat eine Pfotenanomalie, die entstellend wirkt. Wahrscheinlich handelt es sich dabei um einen Geburtsfehler. Wir ließen sie von einem Knochenspezialisten untersuchen, ob wir sie operieren lassen sollten. Der Arzt gab Entwarnung: Shiva kommt mit ihrer Behinderung gut klar und scheint schmerzfrei zu sein.

Für Shiva selbst also kein Problem - doch bei den Menschen sieht das immer etwas anders aus. Wir fürchteten also, Shiva ewig bei uns zu haben. Doch es meldete sich ein sehr nettes Ehepar, das bewusst nach einem schweren Schicksal suchte und gleichzeitig für ihren Hund, den sie aus einer Tötungsstation übernommen hatten, einen Kumpel suchten.

Sie schrieben uns: "Wir möchten dem wundervollen Hund ein gutes Zuhause und einen tollen Spielkameraden bieten können. Der Hund sollte nichts von seiner Behinderung merken und das Leben nicht weniger genießen, als gesunde Hunde."

So zog für Shiva das große Glück in ihr Leben.

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Fay

DSC01480Fay wurde von einer tierliebenden Frau zu uns gebracht, die bemerkt hatte, dass eine Katzenbesitzerin in Bad Belzig beim Umzug ihre Katze unversorgt zurückgelassen hatte. Das Zurücklassen von Tieren wird als Aussetzen gewertet und ist strafbar - doch das nutzt einem Tier in der aktuellen Situation erst einmal wenig.

Im Falle von Fay war das besonders tragisch, denn sie war hochschwanger und die Tierfeundin befürchtete, es sei höchste Not. In der Tat hatte bei Fay die Geburt schon begonnen und die Jungen erblickten kurz nach Fays Ankunft  im Tierheim das Licht der Welt. 

Wir richteten schnell ein Quartier und bangten, wie Fay dies alles verkraften würde. Doch obwohl sie noch so jung ist, zeigte sie sich als ganz vorbildliche Mama und versorgte ihre Kitten liebevoll.

Zur gleichen Zeit lief unsere große Kastrationsaktion. Wir wurden überschwemmt mit Katzen und Katzennachwuchs. Viele der eingelieferten Tiere waren krank und mussten gesondert versorgt werden. Es wurde mehr als eng bei uns. Mitarbeiter nahmen Tiere mit nach Hause zur Betreuung und auch Pflegestellen boten sich an.

Eine junge Berlinerin nahm Fay zu sich in Pflege. Dort konnte die kleine Familie wunderbar versorgt aufwachsen und nach Herzenslust spielen, toben und glücklich sein.

Als sie alt genug waren, kam dann leider die Trennung. Glücklicherweise konnten wir immer zwei der Geschwisterchen gemeinsam vermitteln: Jeannie und Geronimo fanden gemeinsam eine neue Heimat, Merlin und Sammy zogen zusammen nach Brandenburg und Fay durfte gemeinsam mit ihrem Sohn Garfield nach Berlin. Dort hat sie weiterhin eine Pfote drauf, dass ihr übermütiger Sohn in Schach gehalten wird, wenn er wieder einmal besonders frech wird.

Wer weitere Details nachlesen und noch mehr Fotos oder auch Videos vom Aufwachsen der Kleinen anschauen möchte, findet diese im Kittenblog und bei den Glückskindern.

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Drei vernachlässigte Hunde

Beschlagnahmt

Diese drei Hunde wurden von der Amtstierärztin beschlagnahmt, denn die Besitzer hatten sich nicht ausreichend gekümmert. 

Wir waren auf das Schlimmste gefasst, als wir von der Amtstierärztin zur Abholung bestellt wurden. Ein Hund sollte sogar eingeschläfert werden, weil es ihm so schlecht ginge und er schon so alt war.

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Jessie

Jessie

Mini-Welpe Jessie sollte eine Jack-Russell-Terrier-Hündin werden. 

An einem Freitagabend gegen 20 Uhr klingelte das Telefon. Ein junges Pärchen meldete sich. Sie hatten den Welpen auf der Autobahntankstelle zitternd neben einer Zapfsäule entdeckt. Da sie aus einem anderen Bundesland sind und nur auf der Durchreise waren, ließen sie sich den Weg zu uns beschreiben. Auf Umwegen kamen sie auch an, aber das Tierheim war geschlossen. Also riefen sie den Feuerwehrnotruf an. Doch dort sagte man ihnen, dass sie dann eben am Montag nochmal wiederkommen sollen oder den Hund laufen lassen sollen.

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Curtis

Curtis"Hallo Ingrid,

Monica bat mich dir eine traurige Nachricht zu übersetzen. Curtis lebt nicht mehr.

Übersetzung:
Hier eine E-mail über Curtis und ein Foto. Leider habe ich Curtis gehen lassen müssen. Er war sehr müde und knickte beim Gehen immer öfter durch seine Hüften und Beine. Er hatte starke Schmerzen und sein Lebenswille war nicht mehr stark. Curtis hat mich tief berührt, er hatte so wenig in seinem Leben und das hat man in allem gemerkt. Er war sehr lieb mir gegenüber, lag viel zu meinen Füssen oder sehr nah bei mir. Er wurde immer anhänglicher und guckte mir mit seinen lieben Augen tief in meine Seele. In den letzten Tagen legte er sich gern zu mir auf die Couch. Ich habe ihn nur leider so kurze Zeit bei mir haben dürfen, aber er war ein ganz besonderer Hund und Freund.
Dir Ingrid, auch vielen Dank für alles.

Herzlicher Gruss
Monica"

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Nala

NalaNala irrte nach einem schweren Sturm durch die Landschaft. Sie war in einem sehr schlechten Zustand, was allerdings ganz offensichtlich auf völlig unzureichende Haltungsbedingungen zuvor zurückzuführen war.

Wir nahmen uns der armen Seele an. Nala genoss sichtlich die weichen Decken, das gute Futter und vor allem auch die Streicheleinheiten.

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Salvatore

salvatoreIn größter Trauer und Verzweiflung geben wir bekannt: Salvatore ist tot.

Am 30. Dezember haben wir Salvatore als Fundtier bei einem Bauernhof abgeholt. Er war dort nachts am Waldrand entlanggelaufen. Der Hund des Bauern schlug deshalb in der Nacht an. Und weil das Grundstück etwas einsam liegt, sah der Bauer nach und entdeckte den Fundhund. Er rief uns an und wir holten den Hund ab. Wir nannten ihn Salvatore.

Als wir am Bauernhof anhielten, parkten wir das Tierheimauto etwa 15 m vom Hoftor entfernt. Salvatore war so schwach, dass er den Weg bis zum Auto nicht aus eigenen Kräften schaffte.

Unser Tierheimmitarbeiter trug ihn zum Auto. Während der Fahrt jammerte Salvatore herzzerreißend.

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Charly

CharlyCharly kam gemeinsam mit seinem Bruder zu uns. Man hatte die beiden in einem Garten über den Zaun geworfen. Wahrscheinlich stammten sie aus einer illegalen Zucht und man war sie nicht gleich losgeworden.

Beide kannten nichts vom Leben. Selbst Tageslicht war ihnen anfangs unangenehm.

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Asko

AskoAsko hat, zusammen mit seinem Kumpel Teddy, fast sein ganzes Leben im Tierheim verbringen müssen, weil sich niemand für die beiden freundlichen Husky-Mix-Rüden gefunden hat.

In einem Tierheim darf man kein Tier vorziehen, sondern muss alle mit gleicher Liebe behandeln. Und doch graben sich manche Schicksale besonders ins Herz. So war es auch bei Teddy und Asko.

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Mario

MarioMario wurde von seinen Besitzern - einem Ehepaar von 86 Jahren - im Tierheim abgegeben, weil sie mit dem Welpen vom Züchter hoffnungslos überfordert waren. Wen wundert's. Sie konnten weder richtig mit ihm umgehen noch ihn ausreichend beschäftigen. So gewöhnte sich Mario etliche Macken an und wir hatten größte Mühe, ihn wieder einigermaßen hinzubekommen.

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Lucy, Lisa und Big Babsy

LisaAn einem dunklen und ungemütlichen Wintertag kurz vor Silvester 2007 stand ein Mann mit einem völlig unterernährten Hundebündel vor der Tür des Tierheims. Der Welpe sei unhergeirrt. Es hätte wahrscheinlich noch mehrere Geschwister gegeben, aber die seien vermutlich tot. Das kleine Bündel hier hätte es wohl unter dem Hoftor hindurch in die Freiheit geschafft. Wen er als Besitzer vermutet, wollte er uns aber nicht sagen, denn dort hätte es schon einen großen Polizeieinsatz und eine Einweisung in die Psychiatrie gegeben: der Besitzer hätte seine Hunde totgeschlagen. Wir nahmen das Bündel Elend auf ohne weiter zu fragen und versorgten es.

Der Welpe namens Lisa wuchs und wurde größer, viel größer.

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Lighty

LightyDie Geschichte von Lighty könnte von einem Drehbuchautor erfunden sein, doch sie spielte sich real ab: am 24. April rief uns die Polizei zu einem Einsatz nach Geltow. Eine Frau war mit ihrem Auto einer verstörten Windhündin hinterhergefahren. Es gelang ihr, die Hündin durch ein offenes Hoftor zu schicken. Schnell schloss sie das Tor und klingelte bei den ihr völlig fremden Menschen und schaltete dann die Polizei ein. Gemeinsam mit unserem Tierheimmitarbeiter scheuchten sie die Hündin in einen Zwinger. Dort bekam unser Mitarbeiter sie zu fassen. Aber sie war so heruntergekommen, dass er gleich die Tierklinik Potsdam zur Behandlung anfuhr. Einen Chip hatte sie nicht - auch keine Telefonnummer. Also brachte er sie ins Tierheim. Dort warteten wir vergebens auf einen Anruf des Besitzers.

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Hexe

HexeEines Abends klingelte das Telefon: eine außerordentlich aufgeregte Frauenstimme meldete einen schwer vernachlässigten Hund. Ein Tierarzt hätte die ersten notwendigen Maßnahmen eingeleitet, die Amtstierärztin sei eingeschaltet.

Wir holten den Hund ab. Zum Glück war es nicht so schlimm, wie es sich erst anhörte. Aber in der Tat war die Besitzerin überfordert.

Wir pflegten Hexe, bauten sie wieder auf und vermittelten sie nach Berlin - auf den ganzen Kosten blieben wir sitzen.

Aber ein Sprichwort lautet: "Wer weiß, wofür es gut ist!" Und so war es dann auch: durch diese Aktion lernten wir die aufgeregte Frau, die den Fall gemeldet hatte, näher kennen - und: sie verschaffte uns den Kontakt zu Udo Walz, der die Schirmherrschaft über unser Tierheim übernahm.

 

Wuschel

WuschelVier Jahre saß Terriermischling Wuschel schon in einem dunklen Zwinger des Tierheimes. Obwohl er ein süßer Kerl war, lieb und verschmust - sogar Pfötchen konnte er geben – fand er dennoch kein neues Herrchen oder Frauchen, denn Wuschel hatte ein großes Problem: er wurde aggressiv, wenn man ihn nach einem Spaziergang wieder ableinen wollte.

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